Test: Fallout 76 - Eine gute Reise durch das Ödland? - MDE|Gaming

Test: Fallout 76 – Eine gute Reise durch das Ödland?

Test: Fallout 76 – Eine gute Reise durch das Ödland?
Test: Fallout 76 – Eine gute Reise durch das Ödland?
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Serienfans fordern seit Jahren einen Koop-Modus für das beliebte Franchise. Bethesda ist dem Ruf gefolgt und hat passend dazu Fallout 76 veröffentlicht. Die grundlegende Gameplay-Formel wird mit Survival-Elementen [Hunger, Durst, PVP] und einem 4 Spieler-Online-Koop-Modus versetzt. Dafür entfallen klassische NPCs und eine relevante Story. Die RPG-Elemente bleiben grundsätzlich erhalten, wenn sie auch in anderer Form [Skillkarten] angewendet werden. Dazu gesellt sich eine klassische Lootspirale.

Auf jedem Server treffen sich maximal 32 Spieler. Vor dem Betreten des Servers sollten wir unsere Gruppe bereits in einem Team versammelt haben. Dies klappt über das Spielmenü „Social“, leider können wir auch nur dort Freundschaftsanfragen verschicken, im eigentlichen Bethesda-Launcher gibt es diese Funktion nicht. Aber das ist leider das kleinste Problem welches Fallout 76 plagt.

Unser Charakter für die Einöde

Sind wir zufrieden mit unserem Charakter wird abschließend ein Foto erstellt.

Bevor wir die Open World von Fallout 76 betreten steht natürlich die Erstellung eines Charakters an. Wir entscheiden uns für eine weibliche Heldin, natürlich wird unsere allseits beliebte Miss Eve verwendet. Im Charaktereditor können wir nun unser Geschlecht auswählen, die Körpermaße sowie das Gesicht und die Haare in etlichen Varianten anpassen.

Bereits hier wird es leider offensichtlich das die Steuerung überladen und nicht mehr zeitgemäß wirkt. Besonders mit Maus und Tastatur ist das Hantieren eine Qual. Sind wir mit der Optik unseres Charakters zufrieden erwachen wir im Vault 76. Wir sind anscheinend der letzte Überlebende der aus dem Partykoma erwacht ist. Somit schnallen wir unseren Pip Boy an den Arm und los geht die Reise ins Ödland.

Hier sehen wir einen Ausschnitt der Spielwelt. Die grüne Waldzone stellt das Startgebiet dar.

Die ersten Quests

Die Geschichte selbst wird mit Briefen und Audiologs erzählt.

Trotz fehlender NPCs erhalten wir natürlich auch in Fallout 76 unterschiedliche Quests. Haupt- und Nebenaufgaben wollen aktiviert und abgearbeitet werden. Ein „Mr. Robot“ schickt uns Richtung Süden zu unserer ersten Basis. Bereits auf dem Weg dahin können wir Stunden mit der Open World verbringen. Wir können unterschiedliche Gebiete [Farmhaus, Aussichtsturm, Bunker und Co.] erkunden.

Lassen wir uns auf die Erkundung ein wird bereits ein anderes Problem offensichtlich. Das Inventar ist zwar groß aber unsere Tragfähigkeit geradezu minimal. Besonders wenn wir unterschiedliche Waffen oder Rüstungsteile mitführen, bekommen wir schnell ein Platzproblem. Zum Glück lassen sich auf diversen Spots in den Gebieten die überflüssigen Ausrüstungsteile in Schrott zerlegen. So gewinnen wir etwas Platz. Nichts desto trotz müssen wir die Erkundung abbrechen und uns zuerst ins Lager begeben. Dort erhalten wir dann Zugriff auf etliche Maschinen.

Zu Beginn rüsten wir alles aus, egal wie lächerlich es aussieht. Deshalb sind wir stilsicher mit Partyhut und Sonnenbrille unterwegs.

Crafting, Mods, Verbesserungen und Co.

Sind wir in unserer ersten, vom Spiel bereit gestellten, Basis angekommen, erhalten wir Zugriff auf eine Kochstelle, eine Lagerkiste, sowie zwei Werkbänke für die Rüstung und die Waffen. Das heißt ab diesem Zeitpunkt erhalten wir Zugang zum Crafting und in weiterer Folge zum ersten eigenen C.A.M.P.

Hier sehen wir die Werkbank für die Waffen. Nun können wir unsere Meinungsverstärker modden.

Die Kochstelle ist unser neuer bester Freund. Um unsere Grundbedürfnisse, Nahrung und Durst, zu stillen werden wir viel Zeit in der „Küche“ verbringen. Wir können zwar überall Wasser in der Spielwelt sammeln aber dieses ist radioaktiv verseucht. Das heißt wir müssen es abkochen um es genießbar zu machen. Das gleiche gilt übrigens für die Speisen. Etwas an Radioaktivität bleibt allerdings erhalten, dies beseitigen wir aus unserem Körper mit speziellen Medikamenten. Das wiederum erhöht aber den körpereigenen Verbrauch, heißt im Klartext wir müssen schneller mehr Nahrung und Wasser nachschießen. Wir befinden uns also permanent in diesem Kreislauf. Klar sind wir das aus anderem Survival-Games bereits gewohnt aber irgendwie ist die „Abkühlzeit“ der Lebensmittel zu schnell.

Der erste richtige „Boss“ den wir in Fallout 76 getroffen haben, ist dieses kopflose Ungetüm.

Die Werkstätten

In dieser Werkstatt können wir uns Munition und Heilpacks craften.

Die beiden Werkstätten [Rüstung & Waffen] dienen in erster Linie dazu um überflüssiges Zeug zu zerlegen. Ob es sich dabei um Waffen, Rüstungen oder Bauteile handelt ist grundsätzlich egal.

Einzig und allein zum Bauen und Verbessern der einzelnen Teile müssen wir die richtige Werkstatt besuchen. Dort können wir dann die einzelnen Teile reparieren oder gar neue herstellen. Unterschiedliche Modifikationen wie längere Läufe, Visiere, härtere Rüstungen werden ebenfalls an entsprechender Stelle in Auftrag gegeben.

Laufende Events und eine freundliche Community?

Wir genießen den schönen Ausblick auf die verstrahlte Landschaft.

Da Fallout 76 erst seit wenigen Tagen am Markt ist und sich Serienfans nicht wirklich auf den Titel gefreut haben herrscht dort aktuell ein äußerst freundlicher Umgangston. Steckt man in der Klemme oder absolviert ein Event stoßen gerne andere Spieler hinzu um aus zu helfen. Man darf gespannt sein ob sich der Umgangston im Endgame noch drehen wird. Mit irgendetwas müssen sich die Spieler schließlich beschäftigen, also warum nicht andere Spieler jagen, wenn man sonst nichts mehr zu tun hat? Wir würden uns hier ein eigenes Gebiet wünschen, in dem es nur um PVP geht. Eventuell wird so etwas ja irgendwann noch nachgereicht?

Wer mit den Haupt-, Nebenquests sowie der Erkundung der Welt unterfordert ist, kann noch an laufenden Events mitmachen. Diese lassen sich überall in der Open World finden. Dazu müssen wir einfach das jeweilige Gebiet betreten und schon können wir mitmachen. Für das erfolgreiche Erledigen erhalten wir dann Loot in Form von Waffen, Rüstungen und Bauteilen.

Überflüssiger Koop?

In den ersten rund zwanzig Spielstunden haben wir allein gezockt oder mit bis zu vier Mitspielern. Wirklich nötig waren die Wegbegleiter aber nicht wirklich. Selbst ein Teil der Events war solo machbar. Es ist zwar schön das Fallout 76 den Koop-Modus anbietet nur wird der „am Beginn“ des Abenteuers nicht benötigt. Wir hoffen das sich dies im Endgame und beim richtigen Ausbau der Basis noch ändern wird. Das bisherige Fazit muss aber leider lauten, schön, dass du da bist aber wirklich benötigen tun wir ihn noch nicht.

Als wir an der Unterseite des Hauses ein Loch finden und da durchgehen, erwartet uns dieser fiese Käfer.

S.P.E.C.I.A.L.

Wie üblich in der Serie gibt es natürlich wieder das RPG-Charaktersystem namens S.P.E.C.I.A.L. Dies funktioniert bei Fallout 76 aber anders als gewohnt. Wie immer sind die einzelnen Buchstaben des Systems eigenen Charaktereigenschaften zugeordnet:

  • S steht für Stärke
  • P steht für Perception – Wahrnehmung
  • E steht für Endurance – Ausdauer
  • C steht für Charisma
  • I steht für Intelligenz
  • A steht für Agility – Beweglichkeit
  • L steht für Luck – Glück

Jeder dieser Attribute beschert uns andere Boni. Stärke erhöht unseren Nahkampfschaden sowie die Tragkraft. Wahrnehmung benötigen im Grunde nur Spieler die mit dem VATS-Zielsystem spielen. Mit Ausdauer können wir länger sprinten und unsere Lebensleiste erhöhen. Außerdem sollte ein Mitglied der Gruppe auf Charisma skillen, dies bringt der ganzen Gruppe unterschiedliche Boni.

Aus den „Perk-Packs“ erhalten wir die Skillkarten.

Bei jedem Stufenaufstieg ergattern wir „Perk-Karten“. Wir erhalten immer vier Stück an der Zahl und diese werden einem fixen Attribut zugeordnet. Je nachdem wie viele Punkte wir in das Attribut gesteckt haben desto mehr oder stärkere Karten können wir ausrüsten. Die Karten selbst können nämlich vereint werden und erreichen dadurch das nächste Level.

Grundsätzlich endet das Level Cap, also die Maximalstufe eurer Charakters, mit Stufe 50. Das heißt zumindest das S.P.E.C.I.A.L.-System endet dort. Wir können allerdings bis Level 100 weiter aufsteigen. Somit können wir die „Perk-Karten“ weiter hochziehen. Pro Attribut sind außerdem maximal 15 Punkte möglich. Das heißt euer Charakter wird ein Mischling ob ihr wollt oder nicht.

Launch-Trailer:

Bisheriges Fazit:

Nach rund 20 Spielstunden können wir ein erstes Fazit ziehen. Natürlich kann sich die Wertung noch etwas ändern, dies steht und fällt mit dem Endgame des Titels aber als ungefähre Richtung könnt ihr die Wertung durchaus annehmen. Falls sich noch gravierende Dinge ändern, werden wir unseren Test erweitern beziehungsweise anpassen.

Gut gefallen hat uns die Open World im generellen und die Möglichkeit Fallout 76 im Koop zu spielen. Das Fehlen der NPCs fällt ebenfalls nicht stark ins Gewicht, eine richtige Story ist aber leider nicht auffindbar. Wir können in Aufzeichnung herumwühlen und uns Geschichten aus dem Off erzählen lassen. Optisch reißt der Titel ebenfalls keine Bäume aus aber hässlich würden wir ihn auch nicht nennen.

Die RPG- als auch Survivalelemente machen durchaus sehr viel Spaß. Auch der Basisbau weiß zu überzeugen. Richtig fies hingegen ist die absolut undurchdachte Steuerung genauer gesagt die Benutzeroberfläche der unterschiedlichen Menüs. Egal ob Inventar, Baumenü oder Charaktererstellung, hier sollte sich Bethesda endlich fortbewegen, das wirkt heute nicht mehr zeitgemäß.


Fallout 76 findet ihr auf dem PC sowie auf der XBox One und PS4

Good

  • Koop
  • Survival-Elemente
  • RPG-Elemente
  • Kann Solo gespielt werden
  • Große Karte
  • Basis mitnehmbar

Bad

  • Katastrophale Steuerung in den Menüs
  • Koop-Ansatz zu Beginn ziemlich sinnlos
  • Zu wenig Platz im Inventar, man muss fast auf Stärke skillen
77.6
Grafik - 76
Sound - 82
Atmosphäre - 80
Umfang - 90
Steuerung - 60