Testcheck: Legends of Runeterra – Ist ein neues Sammelkartenspiel notwendig?

Testcheck: Legends of Runeterra – Ist ein neues Sammelkartenspiel notwendig?
Testcheck: Legends of Runeterra – Ist ein neues Sammelkartenspiel notwendig?
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Riot Games hat mit Legends of Runeterra ein neues strategisches Sammelkartenspiel im beliebten League of Legends-Universum veröffentlicht. Vieles kennen wir bereits aus anderen Genre-Vertretern aber beim Kampf selbst macht der Entwickler so einiges anders und das fühlt sich richtig frisch und gut an.

Was das Ding auf dem Kasten hat klärt unser Test.

„Sanfter“ Einstieg

Beim Bau unseres Decks glüht das Oberstübchen.

Starten wir Legends of Runeterra erstmals dürfen wir ein kurzes Tutorial spielen um die Eigenheiten des Titels kennen zu lernen. In weiterer Folge würden wir euch die Herausforderungen ans Herz legen. Dort spielt man gegen die K.I. und muss „Puzzles“ lösen. So lernen wir die Eigenheiten der Karten kennen und lernen was es mit den Helden auf sich hat. Außerdem sind das leicht verdiente Erfahrungspunkte und obendrein verdienen wir uns etliche Karten.

Ist das geschafft explodiert unser Kopf förmlich ob der ganzen unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Deckerstellung. Ein Deck an sich verfügt über vierzig Karten, unser Ziel ist es mit Angriffen und Zaubersprüchen des Gegners „Nexus“ zu zerstören. Der Nexus verfügt zu Beginn über zwanzig Lebenspunkte, sinken diese auf null ist das Spiel gewonnen. Insgesamt bietet das Spiel aktuell sieben Fraktionen mit jeweils dazugehörigen Eigenschaften.

Zum Beispiel gibt es die Schatteninsel, deren Karten können dank „Ungreifbar“-Attribut an sämtlichen Verteidigungsanlagen vorbeirauschen und direkt den Nexus attackieren. Sie können nur von anderen Karten mit der „Ungreifbar“-Eigenschaft geblockt oder mit Zaubersprüchen vernichtet werden.

Kommunikation mit unserem Gegenspieler ist nur über verschiedene Emojis möglich – gut so.

Der knuffige Held Teemo arbeitet mit fiesen Giftfallen und die „Demacia“-Fraktion kann feindliche Einheiten herausfordern und so den Kampf bestimmen und sich beispielsweise gegenseitig unterstützen. Pro Deck können wir zwei Fraktionen vereinen was ungemein viele Kombinationen ermöglicht. Aktuell bietet Legends of Runeterra um die 500 Karten, die nächste Erweiterung „Targon“ steht aber bereits in der Pipeline.

Levelbare Helden & genereller Spielablauf

Eine Besonderheit von Legends of Runeterra sind die verwendeten Helden die man aus League of Legends kennt. Jede der sieben Regionen bietet fünf unterschiedliche Helden an. Der Held an sich bietet „Miniquests“ in der laufenden Partie an.

In diesem Deck verwenden wir eine unserer Lieblingskarten. Die Karte verdoppelt sich mit jedem Angriff auf den Nexus, zusätzlich haben wir sie noch mit „Ungreifbar“ verzaubert – was für eine höllisch scharfe Kombo.

Beispielsweise muss Teemo 15 Giftfallen im Deck des Gegners platzieren dann steigt er auf das Maximallevel 2 auf. Haben wir dies erreicht können wir mit einem Angriff auf dem Nexus – muss von Teemo ausgeführt werden – die Anzahl der Giftfallen im gegnerischen Deck verdoppeln. Dazu gesellen sich passende Karten wie zum Beispiel: Pro Zauber werden dem gegnerischen Deck 3 Giftfallen hinzugefügt. Mit Teemo gilt es also seine Verteidigung aufrecht zu erhalten und den Gegner langsam aber sicher mit Gift zu töten. Jeder Held verfügt über andere Quests und Eigenheiten die auf unser Deck abgestimmt sein sollten – was für eine abartig große Vielfalt.

Der einzigartige Spielablauf:

Für das tägliche einloggen erhalten wir ebenfalls Belohnungen.

Im Gegensatz zu Hearthstone und Co. setzt Legends of Runeterra auf einen äußerst dynamischen Spielfluss. Wir müssen nicht warten bis der Gegner all seine Monsterkarten und Zauber ausgespielt hat bis wir zum Zug kommen, die Sache läuft hier taktisch anders. Das Angriffssymbol (zwei Schwerter) wechselt jede Runde zwischen den Kontrahenten.

Spielt nun unser Gegner eine Einheit sind wir an der Reihe, je nach Manavorrat platzieren wir ebenfalls eine Einheit oder zücken einen Zauberspruch. Nun ist wiederum unser Gegner an der Reihe und setzt beispielsweise einen Stärkungszauber um seine Truppen auf den Angriff vorzubereiten. Bevor es jedoch soweit ist dürfen wir eine Gegenaktion setzten, beispielsweise einen Eiszauber und nehmen ihm so Wind aus den Segeln.

Das Ganze spielt sich sehr taktisch und ist abhängig von einem guten Deckbau, insofern wir denn gewinnen möchten. Überschüssiges Mana wird in Zauberpunkte umgewandelt, maximal drei davon lassen sich dafür ansammeln.

Hier sehen wir das neue Spielfeld das mit der kommenden Erweiterung implementiert wird.

Sind alle Karten ausgespielt und der Manavorrat zur Neige gegangen kommt es erst zum eigentlichen Angriff, der muss aber ebenfalls nicht ausgeführt werden. Wir können also über mehrere Runden eine fatale Kombo aufbauen, wenn es der Spielverlauf zulässt. Entscheidet sich unser Gegenspieler für einen Angriff können wir ihm passende Einheiten in den Weg setzen und so seinen Angriff kontern oder wir lassen ihn auf unseren Nexus schlagen um erst nächste Runde zu kontern – die Möglichkeiten sind schier endlos.

Die Spielmodi

Das Crafting der Karten verläuft sehr fair, mit ein bisschen Geduld kann man sich sein Traumdeck ohne größere Probleme erspielen.

Eines vorweg, wer mit Legends of Runeterra anfangen möchte muss sich darüber im Klaren sein das man 99% der Zeit in unterschiedlichen PVP-Matches verbringen wird. Abseits der Herausforderungen gibt es für Solisten nicht viel zu tun, man kann zwar noch gegen die K.I. antreten aber das macht auf Dauer halt auch nicht glücklich.

Also was bietet der PVP abseits der klassischen Duelle gegen zufällige Spieler? Beispielsweise gibt es „Expeditionen“, diese können drei Mal pro Woche aktiviert und gespielt werden. Um daran teilzunehmen benötigen wir allerdings eine „epische Kapsel“. Diese verdienen wir uns entweder in den Expeditionen oder ziehen sie bei Stufenausstiegen aus den unterschiedlichen Belohnungskisten. In dem Modus geht es nicht um unser eigenes Deck, sondern ums „Drafting“. Wir bekommen immer drei Optionen vom Spiel vorgesetzt und bauen uns daraus das unserer Meinung nach beste Deck zusammen. Je mehr Siege wir einfahren desto dicker ist die Belohnung nach dem Ausscheiden. Zwei Niederlagen hintereinander und es heißt Game Over.

Dann gibt es immer wieder Events, aktuell das „Gauntlet“. Dort gilt es mit unserem eigenen Deck sieben Siege einzufahren, wie eigentlich immer ist nach zwei Niederlagen auch hier Endstation. Abgerundet wird das Angebot mit den „Labs“ dort können wir mit vorgefertigten Decks zukünftige Inhalte Probe spielen. Aktuell werden hier sechs Varianten angeboten.

Trailer:

Fazit:

mEssE – alias Chefredakteur und Gründermitglied.

Also braucht die Welt noch ein Sammelkartenspiel? Vor den etlichen Spielstunden mit Legends of Runeterra hätte ich sofort und vehement Nein gesagt aber so schnell kann sich die Sachlage ändern.

Ganz besonders lobend erwähnen möchte ich das frische und taktische Gameplay in den einzelnen Partien. Das Spiel schafft es sich hier eine Nische zwischen Hearthstone und Magic: The Gathering Arena zu setzen. Komplexer als Blizzards Sammelkartenspiel aber zugänglicher als der Klassiker Magic.

Außerdem ist der In-Game-Shop aktuell wirklich richtig fair gestaltet. Alles ist erspielbar und das in einer halbwegs angenehmen Zeit. Wirklich Echtgeld ausgeben kann man eigentlich nur für optischen Kram wie Emojis, Schlachtfelder und Co. Wer dieses Genre also mag sollte sich das Spiel unbedingt einmal ansehen.


Legends of Runeterra findet man auf dem PC sowie für Android und iOS

Good

  • Faires Freispielen von neuen Karten
  • Gezieltes "Karten-Grinding" möglich
  • Fokus auf PVP
  • Schöne Animationen für Spezialkarten
  • Hunderte Kombinationen möglich
  • Easy to learn, hard to master

Bad

  • Wenig Abwechslung für Singleplayer
  • Wenig Abwechslung bei Schlachtfeldern
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