Klassik-Test: Agony Unrated - Ein bösartiges Horror-Abenteuer - MDE|Gaming

Klassik-Test: Agony Unrated – Ein bösartiges Horror-Abenteuer

Einst sang die deutsche Metalband Hämatom den Song „Ist das Kunst, oder kann das weg?“. Viel treffender kann man Agony Unrated gar nicht umschreiben. Beeindruckende Gore-Effekte hinterlassen einen tiefen Eindruck und ein mulmiges Gefühl. Dagegen steht ein recht simples Gameplay. Man muss es nicht mögen aber als Erwachsener Zocker sollte man sich das Horror-Abenteuer trotzdem nicht entgehen lassen. Warum das so ist klärt unser Test.

Ein Trip durch die Hölle

Ursprünglich wurde Agony in zensierter Form veröffentlicht. Nachdem die Community die wahre Uncut-Vision des Entwicklers Madmind Studio vehement einforderte wurde diese via Patch als Agony Unrated kostenlos nachgereicht. In jedem Fall erwacht unser Protagonist in der Hölle. Warum wir dort gelandet sind wissen wir zu Beginn nicht.

Ein paar gefangene Seelen scheinen sich aber an uns zu erinnern, jedoch erfahren wir von den Geschöpfen meist nur verwirrtes Zeug – die Höllenqualen haben definitiv Spuren hinterlassen. Die Geschichte selbst wird in Briefen und unterschiedlichen Gesprächen erzählt. Allerhand sammelbare Gegenstände und geheime Räume vertiefen außerdem den Gesamteindruck der Spielwelt. Wer sich rein auf die Story fokussiert kann mit einer Spielzeit von rund acht Stunden rechnen. Brennt in euch allerdings ein gewisser Herr „Sammelzwang“ könnt ihr die Spielzeit locker verdoppeln. Wer alle Endsequenzen, insgesamt sieben, sehen möchte kann die Spielzeit noch um ein vielfaches erhöhen.

Außerdem werden neben dem Story-Modus zwei weitere Spielmodi angeboten. Im „Sukkubus-Modus“ erleben wir die Geschichte aus dem Blickwinkel eines Dämons. Im „Agonie-Modus“ werden zufällige Kammern generiert in denen wir unterschiedliche Aufgaben wie beispielsweise „Töte Dämonen“ oder „Sammle 10 Figuren“ bewältigen können.

Wir übernehmen die Kontrolle

Unser Ziel in Agony Unrated ist es die rote Königin zu erreichen und sie davon zu überzeugen dass wir eine würdige Kreatur sind. Zu Beginn des Abenteuers verspricht sie uns, unseren Protagonisten zurück ins Leben zu schicken wenn ihm dies gelingt. Doch kann man einem Dämon trauen? Nichts desto trotz müssen wir es versuchen, den aufgegeben wird nur ein Brief.

Um das zu erreichen muss unsere Seele, beziehungsweise was davon übrig ist, unterschiedliche Körper als auch Dämonen übernehmen. Das stellt ein elementares Gameplay-Feature von Agony Unrated dar. Stirbt unser Charakter haben wir ein paar Sekunden lang Zeit einen neuen Wirt zu finden. Ansonsten müssen wir beim letzten Checkpoint starten. Ab und an ist leider nicht ganz klar wohin die Reise gehen soll – Stichwort: Flammendämonen.

Jumpscares suchen wir vergebens, der optische Horror wird durch Gore erzeugt. Besonders die Szenen mit den Babys, die als Türöffner dienen, schlagen uns dann doch aufs Gemüt. Richtig mächtig fühlen wir uns wenn uns Agony Unrated die Kontrolle über gigantische Dämonen gewährt. Wenn wir mit diesen Ungetümen durch die Spielwelt fegen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Auch der Endkampf gegen Satan höchstpersönlich und die rote Königin weiß durchaus zu gefallen.

Friss den Apfel

Wie einst Adam finden wir auch in der Spielwelt von Agony Unrated überall versteckte Äpfel. Fressen wir diese erhalten wir einen Skillpunkt für unseren Fähigkeitsbaum. Dort steigern wir beispielsweise unser Leben, unsere Ausdauer, unser Lungenvolumen und die Sichtbarkeit von verfügbaren Wirten. Die dämonischen Äpfel sind meist gut versteckt, umso schmackhafter sind sie dann beim Verspeisen.

Fazit:

Ja Agony Unrated wird nicht jedem gefallen, mir als altem Fan des Gores kommt der Titel aber unheimlich gelegen. Die Entwickler haben durch viele Patches und Updates weitere Inhalte [Spielmodi] hinzugefügt und vor allem die Probleme der Steuerung in den Griff bekommen. Ich kann den Trip durch die Hölle jedem Horror-Fan ans Herz legen. Die Mischung aus Walking Simulator, Stealth und leichteren Rätseln weiß zu gefallen auch wenn der Anspruch nicht gerade hoch ausfällt.

Good

  • Gore
  • Bedrückende Atmosphäre
  • Optischer Horror
  • Mehrere Endsequenzen
  • Viele sammelbare Gegenstände

Bad

  • Gameplay relativ anspruchslos
  • Story recht schnell durchgespielt
80.4
Grafik - 76
Sound - 83
Atmosphäre - 86
Umfang - 77
Steuerung - 80