Test: Chernobylite – Überlebenskampf in der radioaktiven Zone

Test: Chernobylite – Überlebenskampf in der radioaktiven Zone
Test: Chernobylite – Überlebenskampf in der radioaktiven Zone
Release Date:Genre:, , Rating:Developed By:Publisher:

Der Horror-Shooter Chernobylite hat endlich die Early Access-Phase verlassen. Wir haben den Titel durchgespielt und sind begeistert.

Warum das so ist, was euch erwartet und ob sich das Spiel für euch eignet klärt unser Test.

Alles eine Frage der Perspektive

Meist ist es klug die Gegner lautlos zu überwältigen oder um sie herum zu schleichen.

In Chernobylite schlüpfen wir in die Rolle von Igor, seines Zeichens genialer Wissenschaftler. Dieser macht sich auf in die verstrahlte Zone rund um das explodierte Atomkraftwerk Tschernobyl. Vor 30 Jahren ist seine wahre Liebe und Verlobte Tatiana spurlos in der Zone verschwunden. Unsere Aufgabe? Glasklar, die Dame des Herzens zu finden und gegebenenfalls zu retten. Doch es kommt alles ganz anders…

Die Geschichte selbst weiß durchaus zu unterhalten. Sie überzeugt durch etliche Wendungen in der Story. Unsere Handlungen wirken sich massiv auf die kommenden Ereignisse aus. Grundsätzlich gibt es keine guten oder schlechten Entscheidungen, sie werden (fast) alle angenehm grau präsentiert. Ereilt uns der virtuelle Tod, verlieren wir nicht nur fünf zufällige Gegenstände aus unserem Inventar, sondern erwachen auch in einer anderen Dimension.

Hier besuchen wir die andere Dimension und passen unsere Entscheidungen an.

Dort können wir unsere Entscheidungen erneut ansehen und gegebenenfalls ändern. Spätestens im letzten Level wird der virtuelle Tod einfach notwendig. Zum Glück können wir in unserer Basis ein Gerät errichten, an dem wir unseren Tod inszenieren können. So können wir die andere Dimension betreten, verlieren keine Gegenstände und können trotzdem unsere Entscheidungen anpassen.

Die Spielzeit liegt je nach Schwierigkeitsgrad bei 15 bis 20 Spielstunden und in denen erleben wir einiges.

Versammelt ein Team

Hier steht die Essensverteilung für uns und unser Team an.

In Chernobylite sind wir grundsätzlich allein unterwegs aber nicht immer. Im Verlauf der Geschichte lernen wir etliche Charaktere kennen und sollten diese in unser Team integrieren. Läuft alles optimal können wir fünf Verbündete um uns scharen. In unserer Basis, dazu später mehr, teilen wir jedem Charakter unterschiedliche Missionen zu.

Einen schicken wir auf Nahrungssuche, der andere besorgt Munition und der nächste wiederum klappert die Umgebung nach Crafting-Materialien ab. Wir selbst übernehmen natürlich die kniffligen Hauptaufgaben. Wir müssen aber aufpassen wohin wir welchen Charakter schicken, nicht jeder hat überall die gleichen Chancen. Das können wir aber locker an der Prozentanzeige bei der Missionsauswahl erkennen.

Bei der Missionseinteilung sollten wir unsere Chancen im Auge behalten.

Um die Chancen zu steigern sollten wir uns gut um unser Team kümmern. Wir versorgen sie mit Nahrung, drücken ihnen einen Meinungsverstärker in die Hand und legen ihnen eine Rüstung für den Torso an.

Die komplette Gameplay-Mechanik dient aber nicht rein der Tiefe, nein unsere Mitglieder sind eigene Charaktere. Wir erinnern uns an einige geniale Gespräche, lustige Anekdoten und tragische Ereignisse. Außerdem helfen sie uns mit ihrem Wissen und ihren Aufgaben die Geheimnisse der Zone zu entschlüsseln.

Baut eine Basis

Damit wir von unseren Feinden nicht entdeckt werden, erhalten wir von Chernobylite eine Basis in die Hand gedrückt. Die Basis dient logischerweise als unser Hub von dem aus wir unsere nächsten Schritte planen.

Hier seht ihr unsere wundervoll ausgebaute Basis (Spielmitte). Gegen Ende stand da noch viel mehr Zeug herum auf mehreren Ebenen.

Auch hier lässt sich Chernobylite nicht foppen und bietet etliche Gameplay-Mechaniken die nur darauf warten von uns genutzt zu werden. Bei unseren Missionen in der Zone sammeln wir allerhand Ressourcen oder Waffen. Nicht benötigtes Zeug können wir zerlegen oder in Schränken einlagern um einfach ein „Polster an Gegenständen“ zu haben. Die Schränke stehen aber nicht einfach so herum, sie wollen gebaut werden.

Hier sehen wir unsere „Wand des Wissens“.

Und nicht nur das, wir können etliche Gegenstände, Werkbänke und Mehr bauen. Wir müssen für Schlafplätze für unsere Mitglieder sorgen. Wir können Tische, Stühle, TV-Geräte oder LEDs verteilen um den Wohlfühlfaktor zu steigern. Wir müssen auch die Strahlungssicherheit, Elektrik und Luftversorgung im Auge behalten.

An den Werkbänken selbst stellen wir uns dann neue Waffen, Munition, Heiltränke oder diverse Gadgets her. Klingt alles ungemein kompliziert, ist es aber nicht. Je länger wir spielen, desto mehr Ressourcen haben wir und erst dann können wir uns nach und nach alle „Einrichtungsgegenstände“ leisten. Unser Wissen wächst quasi mit unserer Basis mit.

An der Werkbank verändern wir unsere Waffen und passen sie unserem Spielstil hin an.

In unserem persönlichen Raum finden wir auch unsere Anschlagtafel. Dort sammeln wir alle gefundenen Hinweise übersichtlich gestaltet in vier Kapitel. Wir empfehlen euch dringendst alle Notizen und Hinweise zu finden/sammeln, das erspart euch böse Überraschungen. Haben wir alle vier bzw. drei Kapitel ordentlich abgeschlossen – wir wollen euch einfach nicht Spoilern – könnt ihr die letzte Mission mit halbwegs guten Aussichten starten.

Der schwarze Stalker

Hier sehen wir den schwarzen Stalker.

Unser Hauptgegner in Chernobylite ist der schwarze Stalker. Immer wieder treffen wir ihn in der Spielwelt an um „feine“ Gespräche mit ihm zu führen. Blut, Mord, Tod und Verrat stehen an der Tagesordnung. Es ist aber definitiv nicht alles so wie es scheint. Ähnlich wie in The Walking Dead sind die Monster zwar nervend aber das wahre Böse ist der Mensch.

Überhaupt sollten wir unser Vorgehen mit Bedacht wählen. Es ist zwar möglich sich wie Rambo durch die Welt zu kämpfen aber nicht wirklich ratsam. Desto mehr Gegner wir nämlich mit Waffengewalt töten, desto stärker wird unsere Psyche in Mitleidenschaft gezogen. Da hilft nur ein oder zwei äußerst kräftige Schlückchen aus der Wodkaflasche.

Hier befreien wir gerade einen künftigen Mitstreiter.

Wir sollten viel schleichen und versuchen die Gegner lautlos im Nahkampf zu zerbersten. Es gibt nämlich einen passiven Skill den wir erlernen können, dann wird unsere Psyche nicht beansprucht.

Die Schwierigkeitsgrade in Chernobylite sind sehr gut ausbalanciert. Egal ob Neuling oder Veteran, hier sollte jeder seine passende Herausforderung finden.

Story-Trailer:

Fazit:

mEssE – alias Chefredakteur und Gründermitglied.

Chernobylite ist großartig. Fazit beendet. Na gut dann halt doch noch ein paar Sätze zum Sci-Fi-Survival-Horror-Shooter. Der Gameplay-Mix gefällt mir persönlich sehr gut. Die Mischung aus Horror, Crafting, Survival und Shooter funktioniert einfach wunderbar. Auch die Story hat mich gut unterhalten, es gibt ein paar feine Wendungen.

Mein Highlight war aber eindeutig mein Team. Die sind allesamt komplett irre, was für wahnwitzig kranke Gespräche wir geführt haben – einfach herrlich. Abgerundet wird der feine Genre-Mix mit dem Ausbau unserer eigenen Basis.


Chernobylite findet man aktuell auf dem PC (Steam, GOG, Epic Games Store) und künftig auch für XBox Series X|S und PS5

Good

  • Bedrückend geniale Atmosphäre
  • Wahnsinnige aber tolle Charaktere
  • Für jeden Typ anpassbar egal ob Neuling oder Hardcore-Spieler
  • Viele Missionen
  • Crafting
  • Basis-Management
  • Interaktionen mit unserem Team
  • Passiver Skilltree

Bad

  • Leider etwas wenig Biome
85.2
Grafik - 85
Sound - 85
Atmosphäre - 88
Steuerung - 83
Umfang - 85