Test: Far Cry 5 - Grandioser Open-World-Shooter mit kleinen Macken - MDE|Gaming

Test: Far Cry 5 – Grandioser Open-World-Shooter mit kleinen Macken

Test: Far Cry 5 – Grandioser Open-World-Shooter mit kleinen Macken
Test: Far Cry 5 – Grandioser Open-World-Shooter mit kleinen Macken
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Mit Far Cry 5 versetzt es den Shooter von Ubisoft in die USA, genauer gesagt nach Montana. Dort treten wir gegen „den Vater“ Joseph Seed und seine Familie an. Er ist der Anführer einer Sekte die absolut nichts Gutes im Schilde führt. Logisch das wir uns den Psychopathen zur Brust nehmen. Der Entwickler hat etliche Neuigkeiten in den Shooter gepackt aber machen die auch Spaß? Erweitern sie das Erlebnis oder stehen sie eher im Weg? Unser Test versorgt euch mit den wichtigen Antworten.

Landen und orientieren

Hier sehen wir unsere selbst „gebaute“ Heldin Miss Eve.

In Far Cry 5 starten wir mit der Charaktererstellung. Wir können uns einen weiblichen oder einen männlichen Protagonisten zusammenstellen. Dies sorgt für ordentlich Kurzweil macht aber leider keinen Unterschied in der Story oder in den Gesprächen aus. Stets wird unser Held neutral angeredet, beispielsweise mit „Rookie“ oder „Deputy“.

Es ist wundervoll sich seinen eigenen Charakter bauen zu können aber dafür erhalten wir einen namenlosen Helden welcher der Geschichte zusieht anstatt mit ihr zu interagieren. Sprechen dürfen wir ebenfalls nicht. Das Ganze erinnert uns frappierend an Ghost Recon Wildslands. Die Einbindung des Helden hat Ubisoft beispielsweise in Far Cry 3 wesentlich besser gelöst, die Geschichte hatte einen persönlichen Touch.

Nach der Charaktererstellung befinden wir uns in einem Helikopter, an unserer Seite diverse Polizisten und der Sheriff. Diese erklären uns in aller Kürze die Lage. Wir sind auf dem Weg um Joseph Seed mit einem Haftbefehl abzuführen. Direkt danach landen wir in einem kleinen Dorf, vor einer Kirche. Die Szenerie wirkt bedrohlich, man kann die düstere Atmosphäre quasi atmen. Wir schreiten durch die Pforte der Kirche und stehen das erste mal Auge in Auge mit dem Bösewicht. [An dieser Stellen können wir auch einfach abziehen und uns ein alternatives Ende von Far Cry 5 ansehen].

Natürlich machen wir das nicht und die Szenerie eskaliert. Die ersten Autos explodieren, die ersten Feuergefechte starten, quasi chancenlos unterliegen wir der Sekte und werden gefangen genommen. Anschließend werden wir gerettet und die Spielwelt öffnet sich für uns.

Durch das Abschließen von (Neben)-Missionen schalten wir uns neue Fortbewegungsmittel frei. Neben diversen Autos, LKWs und Quads können wir auch Helikopter oder Flugzeuge steuern. Alternativ reisen wir mit einem Boot über die Gewässer.

Erste Begleiter schließen sich uns an

Der Hund „Boomer“ ist der erste Begleiter den wir uns freispielen können.

Ebenfalls von Ghost Recon Wildlands inspiriert ist das neue Begleiter-System. Durch das erfüllen von unterschiedlichen Missionen schalten wir uns neue Begleiter frei. Maximal zwei können stetig an unserer Seite dabei sein. Das Highlight sind die gezähmten Tiere, drei stehen uns zur Auswahl: Hund, Bär und Puma. Der Hund dient primär als „Spotter“, heißt er entdeckt und markiert feindliche Einheiten. Alternativ kann er auch in den Angriff geschickt werden. Dazu eignet sich aber der Bär perfekt. Mit ihm im Schlepptau lenken wir eine ganze Basis ab, knipsen nebenbei die Alarmanlage aus um uns dann mit vollem Karacho ins Getümmel zu werfen. Der Puma ist ein hinterlistiger Geselle, er ist der perfekte Begleiter für all jene die sich auf Leisen Sohlen durch die Spielwelt bewegen möchten.

Zu den tierischen Begleitern gesellen sich sechs menschliche hinzu. Diese könnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Zur Auswahl stehen hier drei Damen und drei Herren. Die weibliche Riege bietet eine Scharfschützin, eine Rebellin mit Bogen und eine ältere Lady die direkt mit einem Helikopter als Unterstützung anreist.

Bei den männlichen Kollegen ist natürlich unser alter Bekannter Hurk das Highlight. Dieser hatte bereits in etlichen Serienteilen einen Gastauftritt. Auch in Far Cry 5 betet er wieder seinen Affenkönig an. Zwei Missionen dürfen wir mit ihm zusammen spielen. Alternativ können wir ihn als ständigen Begleiter ausgerüstet haben. Dank seines Raketenwerfers sind feindliche Piloten kein Problem, dafür müssen wir logischerweise auf das stille Vorgehen verzichten.

Mit unserem LMG haben wir die komplette Basis zerlegt. Selbst ein paar Bäume brennen, sowie der Hubschrauber.

Alles in allem sind die Begleiter eine runde Sache obwohl sie das Spiel schon fast zu leicht machen. Erfahrenen Zockern empfehlen wir deshalb direkt den höchsten Schwierigkeitsgrad.

Drei „unterschiedliche“ Gebiete

Auch Far Cry 5 versucht uns optisch eine abwechslungsreiche Palette zu bescheren. Wir durchqueren dichte Wälder, besuchen sonnige Seen, wandern über saftige Wiesen, infiltrieren Bunkeranlagen und durchleiden die Welt des Bliss. Im nördlichen Gebiet befinden wir uns großteils auf Bergen, in einem schwierigen Gelände. Um halbwegs schnell voran zu kommen sollten wir dort Helikopter anstatt Autos verwenden. Trotz allem war die tropische Inselwelt [Teil 3] beziehungsweise das Himalaya-Gebirge [Teil 4] unserer Meinung nach optisch abwechslungsreicher.

Der US-Bundesstaat Montana ist in Far Cry 5 in drei Gebiete unterteilt. Dort herrschen drei unterschiedliche Lieutenants Faith, John und Jacob – diese stellen die Familie des Bösewichtes dar. Um gegen sie antreten zu können müssen wir in jedem Gebiet eine bestimmte Punktzahl erreichen. Durch das Abschließen von Missionen und Nebenaufgaben stärken wir den Widerstand, erreichen wir die magische Punktegrenze, geht es ans Eingemachte. Haben wir den ersten Obermacker besiegt dürfen wir eine vierte Waffe ausrüsten, beziehungsweise schalten wir uns diese Möglichkeit im Skilltree frei, doch dazu später mehr.

Hier sehen wir Faith, die Königin des Bliss.

Welches Gebiet ihr zuerst säubert bleibt komplett euch überlassen. Der älteste Bruder im Bunde ist Jacob, dieser herrscht über das Gebiet Whitetail Mountains. Er genoss eine Ausbildung als Scharfschütze in der Army. Seine Aufgabe ist es das Projekt Edens Gate zu beschützen und die Einheimischen zur Sekte zu „bekehren“. Besiegt ihr diesen Bastard bekommt ihr als Belohnung sein rotes Scharfschützengewehr.

Dem jungen Bruder John wurde das Gebiet Holland Valley zugeteilt, ein wahrhaftiger Sadist. Seine Spezialität ist es den Einwohnern ihre Sünden zu tätowieren und diese als Heilung dann heraus zu schneiden. Haben wir ihn besiegt erhalten wir ein Flugzeug.

Das Trio wird mit Faith komplettiert. Sie wurde als 17-jähriges Mädchen von Joseph in die Sekte integriert. Sie herrscht über die Droge „Bliss“ und stellt das Zeug zudem auch her. Mit dieser Substanz werden die Einwohner gefügig gemacht und in den Wahnsinn getrieben. Vernichten wir die Göre erhalten wir als Belohnung ihre Schrotflinte.

Wir genießen das traumhafte Bergszenario.

Abwechslungsreiche Missionen

In Far Cry 5 weiß Ubisoft wieder durch etliche einzigartige Missionen zu überzeugen die im Gedächtnis hängen bleiben. Allen voran die Mission mit den Kühen. Dort ist es unsere Aufgabe unterschiedliche Arten von Stierhoden zu sammeln und für das Dorffest vorzubereiten. Die allgemein verhassten Türme, warum auch immer, feiern zwar nicht ihre Wiederauferstehung aber sie werden in verschiedenen Nebenmissionen eingesetzt. Endlich können wir wieder mit unserem Trauma Höhenangst „spielen“.

Falls wir Entspannung suchen können wir einfach eine Runde angeln gehen. Dies ist auch nötig um einen weiteren Begleiter freizuschalten. Alles in allem ist für ordentlich Abwechslung gesorgt.

Wir werden immer mächtiger

Durch das Absolvieren der Missionen verdienen wir uns Erfahrungspunkte, diese dürfen wir wieder in einem Skilltree ausgeben. Dort finden wir die üblichen Verdächtigen wie die Freischaltung des Enterhakens, die Möglichkeit Fahrzeuge zu reparieren oder Schlösser sowie Safes zu knacken. Wir können unsere Tragfähigkeit für Munition oder unsere Lebensleiste erhöhen. Die Fähigkeiten bieten zwar nichts wirklich Neues aber sorgen doch für etwas Tiefgang.

Die Waffen dürfen wir ebenfalls wieder anpassen. Wir leisten uns beispielsweise ein größeres Magazin oder schrauben einen Schalldämpfer auf den Lauf. Außerdem dürfen wir unterschiedliche Visiere anbringen und diverse Skins auswechseln. Maximal dürfen wir vier Waffen mit in den Kampf führen. Neben einer Pistole können das Schrottflinten, kleine MPs, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre oder LMGs sein. Außergewöhnliche Meinungsverstärker wie ein Flammenwerfer, ein Bogen, eine Schleuder oder ein Raketenwerfer runden das Angebot ab.

Far Cry Arcade

Hinter Far Cry Arcade verbirgt sich der Leveleditor von Far Cry 5. Damit kann die Community unterschiedliche Karten basteln. Diese können im Solo-, Koop- oder Multiplayer-Modus gespielt werden. Den Editor selbst startet ihr via Uplay. Der Spielmodus an sich wird direkt im Hauptmenü von Far Cry 5 oder In-Game an Spielhallenautomaten gestartet. Die meisten Skills können auch in der Arcade verwendet werden. Man darf gespannt sein ob das Far Cry-Franchise nun auch im Multiplayer einen Fuß auf den Boden bekommen wird. Die Entwickler haben die Voraussetzungen geschaffen, man wird sehen ob die Community dies auch annehmen wird.

An dieser Stelle möchten wir noch ein paar Worte zum Koop-Modus verlieren. Wir dürften uns wohl alle einig sein das ein gut gemachter Koop-Modus einem Spiel „grenzenlosen“ Spielspaß bringt, bestes Beispiel dafür ist wohl Ghost Recon Wildlands welches ebenfalls von Ubisoft stammt. Dass sie es können steht somit außer Frage. Das Problem bei Far Cry 5 ist jenes das nur der Host den Spielfortschritt mitnimmt, der Mitspieler schaut also durch die Finger. Im Grunde genommen ist das ein richtiges Armutszeugnis, wir hoffen dass dies beim nächsten Serienteil geändert wird.

Fazit:

Far Cry 5 ist ein tolles Spiel das steht definitiv außer Frage. Als Fan und Liebhaber dieses Franchises stören mich aber die kleinen Mankos doch sehr weil sie absolut unnötig sind. Die Entscheidung die Minimap rauszuwerfen um die Immersion größer lassen zu werden kann ich durchaus nachvollziehen aber dann sollte man es schon konsequent machen und auch die blauen Richtungspfeile auf den Straßen entfernen. Der Koop-Modus ist im Grunde genommen wundervoll, der zweite Spieler wird aber zum Spieler der zweiten Klasse degradiert, das muss 2018 nun wirklich nicht mehr sein. Aber ich will hier nicht nur jammern, ich hatte verdammt viel Spaß mit dem Open World-Shooter und bereue keine Minute die ich darin verbracht habe – Teil 5 hätte aber noch so viel mehr sein können…

Good

  • Fieser Bösewicht
  • Tolles Setting
  • Türme
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Tolle Begleiter

Bad

  • Unzeitgemäßer Koop-Modus
  • Begleiter zu mächtig
86.4
Grafik - 82
Sound - 88
Atmosphäre - 84
Steuerung - 90
Umfang - 88