Test: The Medium – Atmosphärisch der absolute Hammer

Test: The Medium – Atmosphärisch der absolute Hammer
Test: The Medium – Atmosphärisch der absolute Hammer
Release Date:Genre:, Rating:Developed By:Publisher:

Das Blobber Team hat bereits mit Blair Witch und Layers of Fear bewiesen das sie atmosphärische Adventures bereitstellen können. Mit The Medium ist ihnen unserer Meinung nach, das bisher beste Werk gelungen.

Warum das so ist und was die kleinen Mängel sind lest ihr in unserem Test.

Wir betreten zwei Welten

In The Medium schlüpfen wir in die Haut von Marianne und erkunden allerhand düstere Schauplätze. Zu Beginn und am Ende unseres Abenteuers laufen wir durch einen Wald, wir treffen sogar einen alten Gefährten (Hund) und finden ein Easteregg, das aufs vorherige Spiel Blair Witch verweist. In jedem Fall ist der Hauptschauplatz ein zerstörter Gebäudekomplex, genauer gesagt das Niwa-Resort.

Durch einen merkwürdigen Anruf sind wir an diesem Ort gelockt worden und alles was anschließend passiert, wird noch unglaublicher. Als Medium können wir uns in zwei Welten aufhalten, meist sogar zeitgleich. Zum einen befinden wir uns in der realen Welt. Immer wieder aber werden wir auch in die Geisterwelt gerufen, um dort Gespräche zu führen oder Aufgaben zu erledigen. Oft wird unser Bildschirm auch in zwei Hälften aufgeteilt. Hängen wir zum Beispiel in der Realität, an einer bestimmten Stelle fest, lohnt es sich die Geisterwelt genauer in Augenschein zu nehmen.

Grundsätzlich ist es unsere Aufgabe, Geistern ihren Frieden zu bringen um ihnen anschließend den „wohlverdienten“ Tod zu schenken.

Tolle Geschichte

Während der rund acht bis zwölf Stunden langen Spieldauer treffen wir allerhand unterschiedliche Charaktere. Alte Männer, unseren (Stief)Vater, ein sehr junges Mädchen und etliche verschiedene Dämonen. Je weiter wir in der Geschichte voranschreiten, desto klarer wird es. All das hängt zusammen und wir sind mittendrin statt nur dabei. Unsere Heldin muss unfassbar viel durchstehen und wir stehend fiebernd an ihrer Seite.

Kurzfristig steuern wir auch einen anderen Charakter, wer das ist, bleibt allerdings unser Geheimnis…

Wir wollen nicht zu viel verraten aber die Story unterhält vorzüglich, man fiebert mit, erschreckt sich immer wieder und das Ende ist ebenfalls sehr zufriedenstellend. Kleiner Tipp am Rande: nach dem Abspann kommt noch eine kleine Filmsequenz, wir sind schon gespannt wie ein ruheloser Geist auf den nächsten Serienteil.

Genialer Spielfluss

Das patentierte „Dual-Reality-Gameplay“ (die zwei Ebenen) klingt ungemein kompliziert aber The Medium bietet einen genialen Spielfluss. Der vor uns liegende Weg ist immer klar ersichtlich, die Rätsel sind logisch und meist ziemlich locker lösbar – Veteranen ich hör euch schnauben aber uns hat das wirklich gut gefallen.

Das Ende naht…

Neben den Rätseln gibt es auch noch Fluchtsequenzen, wir sind schließlich ein Medium und nicht John Wick auf einem Rachefeldzug. Dazu gesellen sich noch kleinere Geschicklichkeitsaufgaben, das Finden von Gegenständen und das richtige einsetzen unserer Fähigkeiten (z.B.: Elektrostoß oder ein Schutzschild).

Ereilt uns doch der virtuelle Tod, starten wir einfach beim letzten Checkpunkt. Die Speicherpunkte sind meist sehr fair verteilt und machen einen schnellen Neuversuch möglich. Einzig und allein das nicht mögliche Überspringen bereits angesehener Zwischensequenzen kann nerven, wenn man öfters an der gleichen Stelle stirbt – ist uns natürlich nicht passiert *hust*.

Großartige Atmosphäre

Die große Stärke von The Medium ist eindeutig die Atmosphäre. Die Grafik ist stimmig und die filmreifen Videoszenen ziehen uns vollends in das Spiel hinein. Dazu trägt auch der großartige Soundtrack einen ordentlichen Patzen bei. Unheimliche Geräusche, düstere Töne, finstere Melodien und zum Abschluss ein toller Popsong garnieren das Spektakel. Abgerundet wird die Geschichte mit der eindringlichen Erzählweise, man fiebert mit allen Charakteren mit und irgendwie kann man auch die bösen Geister verstehen – jede Geschichte hat nun mal zwei Seiten.

Kleinere „Nervigkeiten“ gibt es dann aber doch. Teils wirkt die grafische Darstellung etwas unscharf und manchmal kommt es zu kleineren Framedrops – hier sollten die Entwickler noch etwas nachbessern.

Die Animationen sind ebenfalls gelungen, einzig und allein der „Laufschritt“ wirkt zu langsam.

Fazit:

mEssE – alias Chefredakteur und Gründermitglied.

The Medium ist einfach großartig! Das beginnt bei der grandiosen Atmosphäre, geht über zum passenden Soundtrack und endet bei der tollen Geschichte. Der gelungene Spielfluss weiß außerdem ganz genau, wie er mich bei der Stange hält, es wird schlicht nicht langweilig trotz des relativ leichten Gameplays.

Marianne lässt mich mit fiebern, endlich wieder eine weibliche Heldin die weit entfernt davon ist, das übliche Abziehbildchen zu sein. Ich hoffe ganz stark auf ein Wiedersehen im nächsten Serienteil.

Über die kleinen technischen Mängel (teils Framedrops, teils unscharfe Texturen) kann ich nur müde lächeln, weil der Rest mich rund 10 Stunden vor den Bildschirm gefesselt hat.


The Medium findet man auf dem PC (Steam, Win10) sowie für die XBox Familie als auch via XBox Game Pass

Good

  • Geniale Atmosphäre
  • Toller Spielfluss
  • Mitreißende Geschichte
  • Gameplay in zwei Welten

Bad

  • Teilweise Grafik unscharf
  • Ab und an Framedrops
  • Rätsel ziemlich einfach
81.8
Grafik - 77
Sound - 85
Atmosphäre - 90
Steuerung - 80
Umfang - 77