Test: Drake Hollow – Großartige Survival-Action mit kleinen Mängeln

Test: Drake Hollow – Großartige Survival-Action mit kleinen Mängeln
Test: Drake Hollow – Großartige Survival-Action mit kleinen Mängeln
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Wir hatten Drake Hollow bereits im Preview, nun geht es in unserem Test ans Eingemachte. The Molasses Flood schickt uns in eine stilsichere Spielwelt und bietet einen genussvollen Mix aus Action-Adventure, Basisausbau, Survival und Crafting.

Die Zutaten sind absolut am Puls der Zeit und versprechen großartigen Spielspaß, ob das wirklich so ist lest ihr jetzt.

Die vier umfangreichen Kapitel

Unter uns befindet sich ein Ätherhaufen, haben wir alle auf einer Insel zerstört erhalten wir eine Schatzkiste.

Drake Hollow bietet insgesamt vier Kapitel die sich in die Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst & Winter) unterteilen. Je nachdem in welcher Zeit wir uns gerade befinden ändern sich ein paar der Grundvoraussetzungen. Im Frühling und im Herbst bleibt quasi alles gleich. Im Sommer hingegen steigt der Wasserverbrauch und im Winter können unsere Wassertanks und Leitungen sogar zufrieren. Heißt wir sollten bereits im Frühling und im Herbst für den kommenden Abschnitt vorbauen.

Ziel ist es die unglaublich knuffigen Dragora zu sammeln, aufzupeppen und ihnen zu helfen ihr unterjochtes Land „Die Düsterwelt“ von den fiesen Monstern zu befreien. In jedem Kapitel gesellt sich außerdem ein frischer (tierischer) Questgeber hinzu der die Hauptstory weiterführt. Die durchaus unterhaltsame Geschichte wird in kleinen Zwischensequenzen und in überall verstreuten Notizen erzählt.

Die knuffigen Dragora

Ein „paar“ Dragora haben wir bereits gefangen.

In jedem Kapitel von Drake Hollow gibt es zumindest einen Leuchtturm. Diesen gilt es zu erklimmen, dadurch erspähen wir die überall versteckten Dragora und wir sehen welche Rohstoffe sich auf welchen Inseln befinden.

Die kleinen Dragora wollen gehegt und gepflegt werden. Sie verlangen nach Wasser, Essen und Unterhaltung. Der Lohn der Mühen sind erstens zufriedene Bewohner und zweitens erhalten wir durch die knuffigen Viecher allerhand Boni. Pro erreichtem Kapitel können wir uns einen Bonus ausrüsten, heißt maximal vier kann sich unser Held gönnen. Die Boni reichen von zusätzlichen kritischen Schaden, bis hin zu Verteidigungsboni für unsere Basis und enden bei wirtschaftlichen Boni. Je mehr Spieler also in unserer Partie sind – maximal 4 im Online-Koop – desto mehr Boni können wir anwenden.

Unser neuer kleiner Freund gewährt uns einen feinen fantastischen Bonus von 10% Lebensentzug.

Die Dragora können wir zudem in Stufen aufsteigen lassen, benötigt dafür werden unterschiedlich farbige Kristalle. Sie starten als Jüngling, kommen dann in die Pubertät, anschließend in die Volljährigkeit, werden erwachsen, kommen in die „besten Jahre“ und können anschließend sogar in „Pension“ geschickt werden. Je höher die Stufe der Dragora desto höher der Bonus.

Im Laufe der Zeit beherbergen wir dutzende Dragora in unserer Basis, das hochstufen wird dann recht umständlich, wir müssen die kleinen Viecher nämlich selbst suchen und erst dann können wir sie mit Kristallen füttern. Hier könnten die Entwickler eine Funktion im Menü hinzufügen, das wäre wirklich super. Das hochstufen der Dragora ist außerdem zwingend erforderlich, nur so können wir unsere Lagerstufe erhöhen und zusätzlichen Bauplatz gewinnen. Beachten müssen wir aber das unsere Dragora dann auch mehr Wasser und Nahrung benötigen. Was uns nun direkt zum Bauen an sich bringt.

Umfangreicher Basisbau

Zu Beginn habe ich Drake Hollow alleine gespielt, durch die wirklich umfangreichen Bauoptionen, das Erkunden der Welt und vor allem durch die immer wieder auftretenden Angriffe auf die Basis eignet sich das Spiel nicht wirklich für Solisten – es stellt sich schlicht Zeitdruck und Überforderung ein. Anschließend habe ich unsere liebe Regie von der Laberecke Reloaded hinzugeholt und siehe da, zu zweit flutscht das Ganze schon besser. Empfehlung also eindeutig: 2 bis 4 Spieler.

Hier seht ihr eine sehr weit fortgeschrittene Basis. Sieht zwar unübersichtlich aus, ist aber nicht so.

Spielt ihr zu zweit befindet sich permanent ein Spieler auf „Außeneinsatz“, heißt er erkundet die Welt, erobert neue Inseln, schafft Ressourcen an und kämpft mit den Monstern. Einzig und allein beim Angriff auf die Basis gilt es zurückzukehren. Bei Spieler #2, dem Bauherren, sieht es genau anders herum aus. Dieser ist eigentlich permanent mit der Basis und dem Optimieren der Gerätschaften beschäftigt. Kurze Ausflüge in die nähere Umgebung gehen sich aber aus, ab und an kann er auch mit auf Erkundung gehen – vielen Dank an das immens wichtige Schienennetz, das wir selbst aufbauen.

Zu Beginn besteht unsere Basis eigentlich nur aus Holzbauten und Holzzäunen. Im weiteren Spielverlauf erhalten wir aber Zugriff auf Metall, Stein sowie Schaltkreise. Dadurch können wir bessere Versorgungsstationen (Wasser, Nahrung) für unsere Dragora bauen aber auch Verteidigungsanlagen wie Steinmauern oder Geschütztürme. Um den Unterhaltungswert zu steigern, bauen wir beispielsweise Flipperautomaten oder einen Diskoboden zum Tanzen.

Get on the Dancefloor!

Viele Bauwerke benötigen außerdem bestimmte Ressourcen wie Wasser, Schmutzwasser oder Elektrizität. Alles ist ein gigantischer Kreislauf den es im Auge zu behalten gilt. Mein Bauherr möchte an dieser Stelle eine weitere Kleinigkeit bemängeln, man sieht zwar die Baukosten der einzelnen Gebäude im „Skilltree“ aber es wäre wirklich wünschenswert, wenn das auch im Baumodus selbst sofort ersichtlich wäre – würde die Planung wesentlich erleichtern.

Auf Schienen durch die Welt

Die einzelnen Kapitel sind unterteilt in dutzende Inseln. Damit wir uns schnell durch die Welt bewegen können, benötigen wir Zaubertränke – um das verseuchte Wasser durchqueren zu können – und vor allem das Schienensystem, welches wir eigenhändig aufziehen.

Die dazu benötigten Verbindungspunkte werden mit Craftingmaterialien hergestellt. Anschließend lassen sich die Punkte, in einem bestimmten Radius, verbinden und wir können auf ihnen sehr schnell durch die Spielwelt reisen. Ist auch bitter nötig, wenn der nächste Angriff auf die Basis startet, satte 10 Minuten bleiben uns für eine Rückkehr.

Auf den einzelnen Inseln finden sich zudem Vorratslaster, auch diese gehören mit dem Schienenwerk verbunden – direkt im Anschluss daran werden die vorhandene Materialien (Holz, Stein, Metall & Schaltkreise) automatisch in die Basis geliefert.

Wir „cruisen“ durch die Spielwelt.

Reinigen wir eine Insel von den Ätherplätzen, erhalten wir eine Schatzkiste und zusätzlichen Loot. Außerdem droppen immer wieder verschiedene Kleidungsstücke (Kopfbedeckung, Oberteil, Hose, Schuhe & Rucksack), so können wir unsere Spielfigur – in unserem Fall die allseits beliebte MissEve – nach unseren Vorstellungen hin anpassen.

Die Meinungsverstärker:

Hier befinden wir uns im Endkampf von Drake Hollow.

In Drake Hollow finden wir unterschiedliche Waffen, diese unterteilen sich in Nah- und Fernkampf. Außerdem gibt es die Waffen in verschiedenen Qualitätsstufen, die Qualität hängt letztlich von der Lagerstufe unserer Basis ab. Zu Beginn finden wir nur weiße Waffen, dann blaue, grüne usw. Geboten werden zum Beispiel: ein Paddel, Kerzenhalter oder eine Mähmaschine für den Nahkampf. Im Fernkampf können wir zwischen Bogen, Schrottflinte oder Unkrautvernichter wählen.

Die Gegner werden natürlich unserem Level hin angepasst, auch ihre Lebensleiste und der Schaden wird nach oben geschraubt. Wir können uns aber noch weitere Gadgets wie beispielsweise Granaten (massiver Schaden für Bossgegner) oder eine Wünschelrute (zeigt die Positionen der Ressourcen eine Insel an) craften. Für einen kompletten Durchlauf benötigt man je nach Spielerzahl zwischen 15 und 30 Stunden.

Launch-Trailer:

Fazit:

mEssE – alias Chefredakteur und Gründermitglied.

Grundsätzlich ist Drake Hollow ein großartiges Spiel das besonders im Koop-Modus seine Stärken gekonnt auszuspielen weiß. Für Solisten eignet sich das Spiel aktuell nicht wirklich, hier müssten die Angriffswellen auf die Basis deaktivierbar sein, quasi ein „Freedom Modus“. Wir sind äußerst gespannt was hier letztlich der „Sandbox-Modus“, der sich gerade in Entwicklung befindet, bringen wird. Eventuell lohnt sich dann ein Ausflug auch für Solo-Zocker.

Die Mischung aus Action-Adventure, seichten RGP-Anleihen, Survival & Crafting als auch der umfangreiche Basisbau funktionieren vorzüglich. Einzig bei der Übersicht in den Menüs sollten die Entwickler noch nachbessern.

Aber das ist natürlich jammern auf enorm hohen Niveau, vor allem, wenn man den kleinen Preis von 29,99€ bedenkt. Ich bin absolut gespannt auf die künftigen Patches und Updates, spätestens dann werden wir einen Kontrollbesuch abhalten und gegebenenfalls unsere Wertung weiter nach oben hin anpassen.


Drake Hollow findet man auf dem PC (Steam, Win10) und XBox One

Good

  • Tolle Atmosphäre durch stimmige Grafik
  • Mix aus Action-Adventure, Survival, Basenbau & Crafting
  • Vier umfangreiche Kapitel
  • Geplanter "Sandbox"-Spielmodus
  • Bis zu vier Spieler im Online-Koop
  • Basis wird von Gegnerwellen in bestimmten Abständen attackiert

Bad

  • Steuerung kann nicht geändert werden
  • Alleine (fast) nicht schaffbar
  • Basis wird von Gegnerwellen in bestimmten Abständen attackiert
  • Mehr Gegner, Gebäudetypen (Inseln) und verschiedenes Wetter wären nett
  • Anfang recht knackig, "Endgame" fast zu leicht
83.2
Grafik - 83
Sound - 82
Atmosphäre - 86
Steuerung - 80
Umfang - 85